
Statements der Hamburger Parteien
Was wird Ihre Partei nach einer gewonnenen Wahl für die Hamburger Chöre tun?
Das haben wir die kulturpolitischen Sprecher der Parteien gefragt, die in den Bezirksparlamenten und in der Bürgerschaft vertreten sind. Wir haben bis zum von uns gesetzten Einsendeschluss drei Stellungnahmen erhalten, die wir unten stehend veröffentlichen. Innerhalb der SPD wurde die Anfrage vom Geschäftszimmer der Landesorganisation mit dem Hinweis beantwortet, dass das Wahlprogramm am 30. November beschlossen wird.
(Die Reihenfolge der folgenden Beiträge folgt keinen spezifischen Kriterien)
Das Hamburger BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ob unter der Dusche, am Küchentisch, auf der Bühne oder auf der Straße – Singen bereichert das Leben vieler Menschen. Das gemeinsame Singen schafft Gemeinschaft und ermöglicht, zusammen Schönes zu erleben und zu erschaffen. Zu einer vielfältigen und offenen Gesellschaft gehört die Amateurmusik vergleichbar mit dem Sport einfach dazu. Ist doch klar:
Ein aktives Kulturleben, an dem alle teilnehmen können, ist eine der Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaft.
Wichtige Fähigkeiten für das gesellschaftliche Miteinander werden beim Singen geübt. Zum Beispiel, auf andere Menschen einzugehen, gemeinsame Ziele zu erreichen, eigene Fähigkeiten in eine Gruppe einzubringen und sich zu ergänzen. Weil uns all das sehr bewusst ist, haben wir neben dem professionellen Musikbetrieb auch die Amateurmusik unserer Stadt fest im Blick.
Hamburg hat sich vor 15 Jahren das Leitbild der „Musikstadt“ gegeben. Wir wollen diesem Leitbild auch zukünftig gerecht zu werden und es mit Leben füllen. Deshalb denken wir die vielfältige Musikszene unserer Stadt – und hier eben auch die Chöre und Singvereine – bei einer langfristigen Strategie mit.
In Hamburg gibt es eine riesige Zahl von engagierten großen und kleinen Chören im Amateurbereich. Wir wissen, dass es eine belastende Herausforderung für die Chöre ist, passende Proberäume zu finden und zu auch zu finanzieren. Hinzu kommen steigende Honorare der Chorleitungen, die wir im Sinne „guter Arbeit“ auch im Kulturbereich auch gut und richtig finden. Wir wollen für die Chöre Entlastung schaffen und haben uns vorgenommen, die entsprechenden Unterstützungsmöglichkeiten ausweiten.
Wir werden uns besonders bemühen, die institutionelle Einzelförderung für Amateurchöre mit eigener Chorschule und Förderstipendien für Kinder aus finanziell benachteiligten Familien zu stärken. Außerdem haben wir uns das Ziel gesetzt, Singinitiativen auch jenseits von Chören zu unterstützen und zu fördern.
Und weil Musik oftmals am Lebensabend das letzte ist, das uns bleibt – selbst bei Menschen, die sich verbal nicht mehr ausdrücken können – wollen wir, dass demenzsensibles Singen gefördert und so ein fester Bestandsteil unserer Gesellschaft wird.
Die Hamburger CDU
Unsere Chöre sind nicht nur eine kulturelle Bereicherung, sondern leisten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Sie bewahren die kulturelle Tradition, tragen zur musikalischen Bildung und der kulturellen Vielfalt bei. Sie fördern das Gemeinschaftsgefühl und sind zentral bei Inklusion und Integration. Zudem sind sie gesundheitsfördernd. Insgesamt leisten die Chöre in unserer schönen Stadt somit enorm viel. Damit dies auch in Zukunft so bleibt und die Vielzahl an Chören erhalten bleibt, werden wir uns als CDU für die Stärkung der Chöre in Hamburg einsetzen. Wir werden prüfen, wie wir die Förderung von Chören ausbauen und erleichtern können. Auch werden wir bestehende bürokratische Hürden auf den Prüfstand stellen und Erleichterungen voranbringen. Dies beinhaltet auch zu schauen, wie wir bestehende Infrastruktur nutzen und ggf. ausbauen können.
Neben den finanziellen und infrastrukturellen Grundvoraussetzungen für die Existenz von Chören, sind es vor allem die Menschen hinter den Kulissen, welche unsere Chöre am Leben halten. Viele sind hier ehrenamtlich engagiert und halten den Betrieb am Laufen. Das Ehrenamt ist somit ein kostbares Gut. Wir wollen es weiter fördern. Darüber hinaus werden wir den Austausch mit den beteiligten Akteuren im Chorbereich suchen und gemeinsam prüfen, wie wir die Chöre in unserer Stadt nachhaltig voranbringen können. Wir wollen unsere Chöre erhalten und ihnen die nötigen Rahmenbedingungen bieten, damit sie uns auch weiterhin bereichern können.
Ihnen ebenfalls eine schöne Woche und herzliche Grüße!
Ihr
Dennis Thering
Die Hamburger FDP
Von den Freien Demokraten wurde uns ein Thesenpapier der FDP zur Unterstützung der Hamburger Chöre zugesandt. Dieses können Sie hier herunterladen (PDF).
Die Hamburger Linksfraktion
Norbert Hackbusch von der Hamburger Linksfraktion wendet sich mit einer Videobotschaft an die Hamburger Chöre.
Die Hamburger SPD
Die SPD Hamburg sieht die Chorszene als einen bedeutenden Bestandteil der Musikstadt Hamburg an. Mit ihrer großen Vielfalt an Chören, zu denen Kirchenchöre, Kammerchöre und freie Chöre der unterschiedlichsten Ausprägungen gehören, bereichern sie die Musikmetropole Hamburg außerordentlich. Die Kulturbehörde unterstützt die Chöre in Hamburg seit Jahren intensiv in vielfältiger Weise, sowohl in der Exzellenz- als auch in der Breitenarbeit. So werden über den Landesmusikrat im Rahmen von Music4All niedrigschwellig Fördermittel zur Verfügung gestellt, auf die sich alle Chöre in Hamburg bewerben können. Über den Musikstadtfonds, der aktuell im Doppelhaushalt nochmals gestärkt wurde, sind z.B. in den letzten drei Jahren 167.000 Euro an verschiedene große Chorprojekte ausgeschüttet worden, für 2025 wurden hier 40.000 Euro für Chorprojekte bewilligt. Darüber hinaus berät die Kulturbehörde sowohl den Chorverband, einzelne Chöre als auch Festivals zu einer Vielzahl von Fragen. Die SPD Hamburg setzt sich dafür ein, dass die Unterstützung des Chorverbands fortgesetzt und gefestigt wird, insbesondere auch über die Etablierung tragfähiger Kooperationsstrukturen zwischen den einzelnen Akteuren in der Stadt. So können Synergien erzeugt und Ressourcen effizienter eingesetzt werden.