Aktuelles

Neues und Interessantes aus dem Hamburger Chorleben

Die Zukunft unserer Chöre

Bericht zum Impulstreffen „Älterwerden im Chorverband“ am 22.11.2019

Viele der Mitgliedschöre im Chorverband Hamburg betrifft das Thema „Singen und Älter werden“. Aus diesem Grunde luden wir zu einer Gesprächsrunde unter Leitung von Inka Neus (älter & besser) ein. Dabei kamen zahlreiche Themen auf den Tisch, die anscheinend viele Chöre betreffen. Dazu gehört: eine homogene Altersstruktur, die Singenden werden älter – vielleicht irgendwann zu alt für ihre Vorhaben – und haben Schwierigkeiten, Kontakt, Begegnungs- und Berührungsmomente zu möglichen Interessierten herzustellen und damit neue und gegebenenfalls jüngere Mitsingende zu gewinnen. Das Repertoire spricht häufig jüngere Singende nicht an. Interessenten kennen das Repertoire nicht und verfügen nicht über die jahrelange Erfahrung der Sänger.

Dies scheint eine Herausforderung für neue Singende zu sein, deren abschreckende Wirkung und Tragweite möglicherweise nicht allen Chorleitungen bewusst ist. Im Zusammenhang mit dem musikalischen Geschmack steht auch die Sprache: Wo viele Traditionschöre gern in deutscher Sprache singen, haben Jüngere aufgrund veränderter Hör- und Kommunikationsgewohnheiten Spaß an englisch- oder anderssprachiger Literatur. Weiterhin spielen die persönlichen Umstände wie Berufstätigkeit und familiäre Verpflichtungen eine Rolle. Ein letzter, wesentlicher Punkt: Viele Chöre sind lang erprobte und eng zusammengeschweißte Gruppen. Das fühlt sich „von innen“ vertraut, selbstverständlich und einfach toll an. Aus der Perspektive eines „Neuen“ kann diese enge Vertrautheit aber exklusiv und abweisend wirken.

All diese Faktoren machen die Annäherung zwischen „älteren“ Chören und jüngerem musikalischen Nachwuchs nicht unmöglich, müssen aber – so der Zwischenstand unserer Diskussion – unbedingt mitgedacht werden, wenn wir neue Mitglieder gewinnen wollen.

Perspektiven

Aus diesen Überlegungen heraus sind zwei kleine, aber möglicherweise wirkungsvolle Projektlinien entstanden:

1. Erarbeitung einer praxisorientierten Handreichung für Chorleitungen und Singende zum Umgang mit neuen und Probe-Singenden: Was können wir tun, damit sich der/die Neue sicher, wohl und willkommen fühlt und wiederkommt? Was können wir erwarten – was nicht? Welche Fehler können passieren, wie sind sie vermeidbar?

2. Implementierung des Themenfeldes Image – Markenbildung – externe Kommunikation. Wir gehen davon aus, dass es in Hamburg genug interessierte potentielle Mitsingende gibt. Was für Leute sind das, wo stecken sie und wie erreichen wir sie? Ein erster Aufschlag in die Richtung könnte ein Beitrag von mir in der nächsten Ausgabe der Singenden Woterkant sein. Ich freue mich über Impulse oder Mitarbeit von eurer Seite!

Einen Schritt weiter führt der Gedanke, dass wir als Mitgliedschöre vom Hamburger Chorverband in Sachen Image – Markenbildung – externe Kommunikation miteinander arbeiten und voneinander profitieren könnten. Die konkrete Projektidee dazu heißt:

3. Hamburg meine Chöre. Die Idee ist, dass wir vom Chorverband ein “Lied des Jahres” küren (bspw. “die Gedanken sind frei”), das für die unterschiedlichsten Chorgruppen unterschiedlich arrangiert wird – für Männer- Frauen oder gemischte Chöre, Kinderchöre, mit Begleitung oder a cappella, Pop-/Jazzchöre, je nach Können leicht und schlicht oder komplex – diese Arrangements aber alle gemeinsam musizierbar sind – also bei Chorbegegnungen zusammen gesungen werden können. Das wäre ein Projekt, das zu einem Gemeinschaftsgefühl der Chöre führen könnte.

Und wie geht es jetzt weiter? Bitte um Feedback!

Ein erster Schritt ist gemacht. Nun liegt es an uns und euch, etwas daraus zu machen. Das Wichtigste zuerst: Feedback von euch, den Mitgliedschören! Was haltet ihr von den Überlegungen und Ideen? Macht das Sinn oder verschwenden wir unsere Zeit? Interessieren euch die angedachten Projektlinien? Interessieren sie euch so sehr, dass ihr mit anpacken würdet?
Weiter liegen konkrete Ideen zur Umsetzung der einzelnen Projektlinien vor, aber wir brauchen eine engagierte Arbeitsgruppe, um starten zu können. Wer ist dabei?

Wir freuen uns auf und über viele Rückmeldungen an die Präsidentin oder an Inka Neus.

Inka Neus

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